RE: Kleidergrösse

#1 von Kansas , 17.05.2009 18:06

Da wollen sie eine neue Norm für Grössen machen und somit wird das Durcheinander noch grösser.

http://www.nzz.ch/nachrichten/wissenscha..._1.2569760.html


Overall das beste Kleidungsstück, das es gibt. Auch zum schlafen gibt es nichts besseres. :O

 
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RE: Kleidergrösse

#2 von Uwe = Uwe , 19.05.2009 19:20

Im Prinzip ist das hier richtig - meine Größe liegt zwischen 52 und 60, die Kleidungsstücke sind dann aber zumeist zu kurz. Und die schlanke Größe "110" gibt es kaum. Die Unzufriedenheit ist schon sehr goß.
Sehr gering ist aber meine Hoffnung auf Besserung. Manche Hersteller können sich nicht einmal an die eigenen Größenangaben halten - bei Carhartt und bei Levis kann ich ein Liedchen davon singen.

Grüße, Uwe

[ Editiert von Uwe = Uwe am 19.05.09 19:21 ]

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RE: Kleidergrösse

#3 von Miggu2 , 19.05.2009 21:00

Betr. Industrienormen

Zitat
... meine Größe liegt zwischen 52 und 60, die Kleidungsstücke sind dann aber zumeist zu kurz. Und die schlanke Größe "110" gibt es kaum.



Ich habe auf dieser Plattform schon verschiedentlich auf diese Problematik hingewiesen, und dass ein Chaos herrscht.

Erinnert euch bitte an euren Geschichtsunterricht: Zu Beginn des industriellen Zeitalters, also zu Ende des 18. Jahrhunderts, als die Dampfmaschine die industriellen Fertigungsprozesse revolutionierte, herrschte ungezügelter Liberalismus und härteste Konkurrenz unter den Anbietern. Man sorgte dafür, dass nur die eigenen Ersatzteile für die eigenen Produkte zu verwenden waren. Zum Beispiel: Nur die eigen produzierten Schrauben passten, weil jeder seine eigenen Gewindeabmessungen produzierte. Das Chaos dauerte über das ganze 19. Jahrhundert hinweg. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts, während des 1. Weltkriegs, rauften sich in Deutschland einige Industrielle aus der Maschinenbaubranche zusammen, machten aus der Not der Inkompatibilität der Maschinenteile eine Tugend, bildeten einen Interessenverein und einen Normenausschuss. DIN war geboren.

Anders in der Textilindustrie. Da herrscht heute noch die selbe Eigenbrötlerei, wie sie schon während des 18. Jahrhunderts ihr Unwesen trieb. Das äussert sich zum Beispiel bei der Realisierung der Konfektionsgrössen. Auch heute noch - wir schreiben ja inzwischen das 21. Jahrhundert - macht jedes Land, jeder Kulturkreis, jede Fabrik, die Klamotten herstellt, was sie will. Es existiert kein Konsens, kein Wille zur Zusammenarbeit. Das Chaos ist perfekt und in Stein gemeisselt. Und es besteht keinerlei Hoffnung, dass sich da mal etwas ändert.

Für den Konsumenten bedeutet das: Man kann keine Klamotten - schon gar keine Overalls - unbesehen im Versandhandel oder im Internet beziehen. Es gibt nur das persönliche Einkaufen mit Probieren.

Ich selbst bin gebrannt.

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RE: Kleidergrösse

#4 von Kansas , 19.05.2009 22:18

Bei den Arbeitsoveralls in der CH sieht es recht gut aus. Wen er Grösse 50 ist und man ein Messband an den Bund hält, hat dieser ziehmlich genau 50cm. Auch bei den Hosen und Jacken ist dies recht genau. Auch die Schrittlänge ist fast überall gleich. Vieleicht habe ich das Glück, das mir das runde Mass 50 (M) am besten passt.

Bei uns ist die M zwischen 48/50.


Overall das beste Kleidungsstück, das es gibt. Auch zum schlafen gibt es nichts besseres. :O

 
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RE: Kleidergrösse

#5 von Uwe = Uwe , 21.05.2009 14:32

Hallo Miggu,

dass Du das Normierungsproblem in eine größeren Zusammenhang stellst erinnert mich an ein Problem, das bei meiner Diplomarbeit auftauchte und sich zunächst nicht lösen ließ - hier ging es um die Maßeinheit Fuß im 18. und der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts, bei einem eisenverarbeitenden Betrieb in Eisenberg. Doch welcher Fuß? Die Herrschaft Hessen-Nassau-Weilburg hatte die die je nach Ortschaft unterschiedlichen Fußmaße unverändert belassen. Das Übel war bekannt, nur die Abhilfe war nicht von Erfolg gekrönt, auch wenn Kurpfalz dies versucht hat. Ein Normierungsversuch, z.B. den Mannheimer Fuß einzuführen, war offensichtlich nicht in der Herrschaft Hessen-Nassau-Weilburg nicht versucht worden (bzw. umzusetzen versucht). Später wurde es komplizierter: die Franzosen hatten in der Besetzungszeit von 1793 bis 1816 versucht, das metrische Maß eingeführt, es ließ sich aber kaum durchsetzen, so dass unter bayrischer Herrschaft das Vorhaben vorerst nicht weitergeführt wurde. Nur: Welcher Fuß war nun gültig? Hatte man versucht, jetzt den bayrischen Fuß einzuführen?
Die Lösung war am Schluss ganz einfach: Man hatte ein eigenes Werksmaß

Bei Schuhen ist das Problem mit den Streuungen der Größen etwas geringer, aber auch hier sind die Abweichungen deutlich. Als Größe gebe ich eine "UK 10" an. Die passt in 90%, sofern es keine Turnschuhe sind.

Grüße, Uwe

[ Editiert von Uwe = Uwe am 21.05.09 14:33 ]

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